Kangaroo Island Mo - November 28, 2005

Tourismuskulturschock: statt zu zweit im Wohnmobil sind wir heute zu fünzigst im Riesenbus unterwegs - und zwar auf Kangaroo Island, der drittgrößten Insel Australiens. Auf der Insel leben etwa 4400 Einwohner. Davon gehen 1000 (!) zur Schule, es gibt vier Ärzte und drei Polizisten, die bestimmt ein aufregendes Leben führen.

Bereits um sechs Uhr werden wir abgeholt und werden nach Cape Jervis auf der Fleurieu Peninsula gefahren, wo wir mit der Fähre Sealion 2000 nach Kangaroo Island übersetzen. Dort wartet schon Tourguide Jeff auf uns und unsere besagten 50 Mitreisenden. Unser erstes Ziel ist die Seal Bay, Heimat einer Kolonie Australischer Seelöwen. In Begleitung eines Rangers können wir am Strand bis auf ein paar Meter an die Seelöwen herangehen und sie so aus nächster Nähe beobachten, wie sie faul am Strand liegen, die Mütter ihre Kinder säugen und die Männchen rumposen.

Danach ist es auch schon Zeit für das Mittagessen, das es auf der Beckwiths Farm gibt. Satt und zufrieden machen Yasmin und ich uns auf die Suche nach wilden Koalas, die in den umliegenden Gum Trees zu finden sein sollen. Tatsächlich entdecken wir fünf der gleichermaßen putzigen und faulen Gesellen. Die Geschichte der Koalas auf Kangaroo Island ist durchaus interessant. Eigentlich sind sie hier nämlich vor ein paar tausend Jahren ausgestorben. 1928 hat man sie aber wieder neu auf die Insel eingeführt, weil man befürchtete, dass sie auf dem Festland aussterben könnten. Tatsächlich scheinen sie sich hier sehr wohl zu fühlen, so sehr, dass man heute Maßnahmen zur Begrenzung ihrer Zahl diskutiert. Sie sollen nämlich eine Gefahr für bestimmte Gum Tree Arten darstellen.

Von der Farm fahren wir zu den Remarkable Rocks, einer Ansammlung bizarr geformter Granitfelsen. Leider herrscht dort gerade Ausnahmezustand: Hollywood ist zu Gast und dreht an dem Film "December Boys", in dem der nervige Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe mitspielt. Der ist heute zwar nicht da, aber es herrscht auch so genug Trubel und dauernd latscht jemand ins Bild - nicht den Hollywood-Leuten, das wäre mir egal, sondern mir. I'm not amused.

Mit etwas Geduld kann ich dann doch noch meine Fotos machen und ich bereit weiter zum Cape du Couedic Lighthouse und der Admirals Arch zu fahren. Der vom tosenden Meer geschaffene Bogen ist Heimat einer Kolonie Neuseeländischer Pelzrobben. Und schon ist es Zeit für den Rückweg nach Adelaide: Jeff setzt uns am Kingscote Airport ab. Dieser Flughafen wird von einer einzigen Airline angeflogen (Rex - Regional Express), hat zwei Angestellte, keinen Computer und auch keine Durchleuchtungsgeräte. Die Passagierliste ist handgeschrieben und der Sicherheitscheck besteht aus der Frage: "Haben sie etwas gefährliches dabei?". Nach einem kurzen Flug landen wir schließlich wieder sicher auf dem Festland.

Gepostet um 12:17 nachm.         |     |