City2Surf So - August 14, 2005

Heute morgen habe ich mich mit etwa 60.000 anderen Läufern auf den Weg zum Hyde Park gemacht, wo der City2Surf, der Welt größte Freizeitlauf, startet. Damit sich nicht alle gleichzeitig über die Startlinie drängeln müssen, ist das Feld in vier Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe starten die "Profis" und alle, die im letzten Jahr die 14km in unter 75 Minuten gelaufen sind. Für Gruppe 2 reichen dann schon 100 Minuten. In die HSBC-Gruppe (nach einem der Hauptsponsoren) kommen die ersten 20.000 Anmeldungen. Meine gelbe Startnummer weißt mich als Teil des "Back of the Pack" aus - der ganze Rest. Sehr angenehm ist, dass das Gepäck der Läufer vom Hyde Park kostenlos zum Bondi Beach transportiert wird.

Pünktlich um 9:30 Uhr fällt der Startschuss für die erste Gruppe und wenige Minuten später der für die Zweite. Diese beiden Gruppen kommen noch einigermaßen zügig über die Startlinie, bei der HSBC-Gruppe dauert das schon eine ganze Weile, aber schließlich darf auch ich loslaufen. Loslaufen ist etwas übertrieben, bis sich das Feld in Bewegung setzt dauert es etwas und überhaupt gleicht das ganze eher einem Hindernislauf. Denn in den beiden letzten Gruppen sind jede Menge Spaziergänger, Rollstuhlfahrer, Leute mit Kinderwägen, ...

Der Freizeitlauf macht seiner Englischen Bezeichnung (Fun Race) alle Ehre: In der Menge sind jede Menge kostümierter Läufer: eine Affe, Saddam Hussein, Ballerinas oder eine Gruppe, die nur knappen rosa Badehosen trägt. Am Wegesrand sind jede Menge jubelnder Sydneysider - teilweise mit Gartenschlauch um die Läufer abzukühlen, eine Senioren-Jazz-Band und auf einem Pub spielen die Beatles.

Am Heartbreak-Hill hört der Spass dann aber auf, über fast zwei Kilometer geht es relativ steil hinauf. Die vielen Läufer, die hier zum Gehen überwechseln, machen es dem Rest auch nicht einfacher. Ich widerstehe der Versuchung und halte durch. Zur Belohnung geht es danach bis Bondi-Beach leicht bergab. Der Anblick des Strandes und der Menge im Ziel entschädigt für alle Strapazen.

Meine offizielle Zeit ist 99:15 - davon muss man aber noch etwa 20 Minuten abziehen, da die Zeitmessung vom ersten Startschuss erfolgt. Macht also etwa 80 Minuten - ein gutes Stück unter meinem selbst gesteckten Ziel. Damit dürfte ich nächstes Jahr in der zweiten Gruppe starten. ;) Für die nächste Zeit wollen meine Beine, aber nichts mehr von solchen Anstrengungen wissen. Trotzdem ein tolles Erlebnis.

Gepostet um 05:39 nachm.         |     |