Canberra So - Oktober 9, 2005

Als Australien 1901 seine Unabhängigkeit gegenüber Großbritannien erklärte, stand man vor einem Problem: die beiden ewigen Rivalen Melbourne und Sydney wollten beide Hauptstadt des neuen Landes werden. Also hat man sich dafür entschieden, eine völlig neue Hauptstadt aus dem Boden zu stampfen: Canberra. In Down Under als langweilige Bürokraten-Stadt verschrieen, ist sie als komplett geplante Stadt doch auf jeden Fall einen Besuch wert. Und deshalb fahren Raimar und ich heute dorthin.

Die Reisegruppe ist dieses Mal sehr übersichtlich: Mit unserem Guide Doug sind wir gerade mal zu zwölft in unserem Bus. Die Fahrt nach Canberra zieht sich: obwohl es "nur" knapp 300km sind, brauchen wir etwa 3 1/2 Stunden. Im ACT (Australian Capital Territory) ist unser erstes Ziel der Mount Ainsley, von dem man einen super Blick auf die Stadt und ihr Umland hat. Dass Canberra nicht gewachsen, sondern auf dem Reißbrett entworfen ist, wird hier auf den ersten Blick klar.

Wir fahren weiter zum Australian National Museum. Schon der Bau ist sehenswert: modern, bunt, verspielt. Die Architektur ist anscheinend Konzept, denn auch die Inhalte präsentieren sich wie das Äußere. Leider bleibt nach einer einstimmenden Multimedia-Show nur noch wenig Zeit für uns, denn der Zeitplan ist eng.

Jeden Frühling findet in Canberra eine kleine Gartenschau mit abertausenden blühenden Blumen statt. Leider macht die Floriade aber einen ähnlichen Eindruck wie die Stadt als Ganzes: eher langweilig. Spektakulärer ist da schon der Captain Cook Memorial Jet, eine 145 Meter hohe Fontäne im Lake Burley Griffin, dem künstlich angelegten nassen Herzen der Stadt.

Im Zentrum der Planung Canberras steht das Parliament House. Bevor man den Sitz des Repräsentanten Hauses und des Senats betreten kann, muss man zunächst Sicherheitskontrollen wie am Flughafen über sich ergehen lassen. Dafür bekommen wir eine wirklich interessante Führung durch das architektonische Schmuckstück, das vor gerade mal 17 Jahren fertiggestellt wurde. Interessant sind vor allem die Kontraste zwischen der modernen Gestaltung und einigen altertümlichen Requisten, wie The Mace, die man aus England übernommen hat.

Bevor es zurück nach Sydney geht, machen wir nach am Australian War Memorial Halt. Auf den Besuch des Kriegsmuseums hätte ich auch verzichten können, aber der Ausflug in der Hauptstadt war trotzdem gut. Nur mithalten mit Sydney kann Canberra nicht.

Gepostet um 05:25 nachm.         |     |