Für uns ist es jetzt an der Zeit die
Küste zu verlassen, wir wollen in den Outback. Nach ewigem Schlange stehen
gibt es am Qantas-Schalter eine böse Überraschung: irgendjemand hat
mein Ticket storniert - ich weiß nur, dass ich es nicht war. Nach einigem
hin und her mit der unfreundlichen Dame am Schalter darf ich dann doch an Board.
Wer genau aufpasst, stellt fest, dass unser Flug gleichzeitig als
Sträflingstransport genutzt wird, denn der Passagier in der letzten Reihe
trägt Handschellen und ist in Begleitung eines großen Aufpassers. Das
nächste Mal fliege ich lieber wieder mit Virgin
Blue.
In Alice
Springs, mitten im roten Herzen Australiens, erwarten uns schlappe 35°C im
Schatten. Hier hat wirklich jedes Haus eine Klimaanlage und zum Glück auch
unser Hotelzimmer (schon wieder ein Upgrade) im Aurora. Das Hotel liegt sehr
günstig direkt an der Fußgängerzone, so dass wir direkt zur
Erkundung von "The Alice" aufbrechen können. Ungefähr 30.000 Menschen
leben hier weit ab von allem, dazu kommen nochmal etwa 30.000 Touristen pro
Woche. Versorgt wird die Stadt durch schon erwähnten Zug The Ghan und die
berühmten Road Trains von Adelaide und Darwin aus. Ungefähr 18 Stunden
brauchen die Riesenlaster für die Strecke und interessanter Weise werden
auf der Südverbindung zwei Fahrer pro Fahrzeug eingesetzt, für die
Nordverbindung jedoch nur einer. Der Grund dafür ist so banal, wie
beunruhigend: im Northern Territory muss kein Fahrtenbuch geführt werden.
Nach einem
Bummel durch die vielen Läden mit Aboriginal Kunst, Andenken und
ähnlichem besuchen wir eine hochangesehene australische Institution: den
Royal Flying Doctor Service. Während man in Deutschland flächendeckend
selbst Krankenhäusern der Maximalversorgung findet, gibt es hier Regionen,
wo es im Umkreis von hunderten Kilometern noch nicht einmal einen Hausarzt gibt.
Die medizinische Versorgung stellt also eine echte Herausforderung dar. Deswegen
hat man bereits 1928 auf die Initiative von John Flynn hin angefangen Flugzeuge
einzusetzen. Heute haben die Fliegenden Ärzte über 20 Stützpunkte
und um die 40 Flugzeuge, im Notfall kann innerhalb von zwei Stunden jeder Punkt
in Australien erreicht werden.
Gepostet um 10:15 vorm.
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