Alice Springs Di - November 29, 2005

Für uns ist es jetzt an der Zeit die Küste zu verlassen, wir wollen in den Outback. Nach ewigem Schlange stehen gibt es am Qantas-Schalter eine böse Überraschung: irgendjemand hat mein Ticket storniert - ich weiß nur, dass ich es nicht war. Nach einigem hin und her mit der unfreundlichen Dame am Schalter darf ich dann doch an Board. Wer genau aufpasst, stellt fest, dass unser Flug gleichzeitig als Sträflingstransport genutzt wird, denn der Passagier in der letzten Reihe trägt Handschellen und ist in Begleitung eines großen Aufpassers. Das nächste Mal fliege ich lieber wieder mit Virgin Blue.

In Alice Springs, mitten im roten Herzen Australiens, erwarten uns schlappe 35°C im Schatten. Hier hat wirklich jedes Haus eine Klimaanlage und zum Glück auch unser Hotelzimmer (schon wieder ein Upgrade) im Aurora. Das Hotel liegt sehr günstig direkt an der Fußgängerzone, so dass wir direkt zur Erkundung von "The Alice" aufbrechen können. Ungefähr 30.000 Menschen leben hier weit ab von allem, dazu kommen nochmal etwa 30.000 Touristen pro Woche. Versorgt wird die Stadt durch schon erwähnten Zug The Ghan und die berühmten Road Trains von Adelaide und Darwin aus. Ungefähr 18 Stunden brauchen die Riesenlaster für die Strecke und interessanter Weise werden auf der Südverbindung zwei Fahrer pro Fahrzeug eingesetzt, für die Nordverbindung jedoch nur einer. Der Grund dafür ist so banal, wie beunruhigend: im Northern Territory muss kein Fahrtenbuch geführt werden.

Nach einem Bummel durch die vielen Läden mit Aboriginal Kunst, Andenken und ähnlichem besuchen wir eine hochangesehene australische Institution: den Royal Flying Doctor Service. Während man in Deutschland flächendeckend selbst Krankenhäusern der Maximalversorgung findet, gibt es hier Regionen, wo es im Umkreis von hunderten Kilometern noch nicht einmal einen Hausarzt gibt. Die medizinische Versorgung stellt also eine echte Herausforderung dar. Deswegen hat man bereits 1928 auf die Initiative von John Flynn hin angefangen Flugzeuge einzusetzen. Heute haben die Fliegenden Ärzte über 20 Stützpunkte und um die 40 Flugzeuge, im Notfall kann innerhalb von zwei Stunden jeder Punkt in Australien erreicht werden.

Gepostet um 10:15 vorm.         |     |