Zurück in Deutschland Mi - Januar 4, 2006

14 Stunden im Flugzeug sind einfach zu viel, da helfen auch fünf weitere Filme nicht um die Zeit zu verkürzen. Aber irgendwann hat auch der längste Flug ein Ende und ich bin wieder in deutschen Landen. Zu meiner Begrüßung hat sich der deutsche Zoll eine besondere Überraschung ausgedacht. Wegen der wieder einmal aktuellen Vogelgrippe wird das Gepäck aller ankommenden Reisenden aus Asien vollständig durchsucht. Die Schlange geht durch die komplette Halle mit den Gepäckbändern. Doch während die anderen wohl zwei Stunden mit Anstehen verbringen, habe ich Glück und bin nach 10 Minuten durch den Zoll. Und das nur weil ich etwas zu verzollen habe und sich dabei keiner für meinen Koffer interessiert. Nach diesem Fehler im System und einer Zwei-Stunden-Fahrt mit der Bahn bin ich wieder Zuhause.

Der Kreis ist geschlossen und an dieser Stelle endet dieser Blog. Vielen Dank an alle, die hier mitgelesen haben, für Lob, Anregungen und Kommentare. Macht's gut!

Gepostet um 10:49 vorm.  
Taipeh Di - Januar 3, 2006

Zusammen mit ein paar anderen Deutschen, die so wie ich auf dem Weg zurück in die Heimat hier gestrandet sind, beschließe ich den Zwangsaufenthalt möglichst sinnvoll zu nutzen und zumindest den Taipeh 101, das mit guten 500 Metern derzeit höchste Gebäude der Welt, zu besichtigen. Während der dreiviertelstündigen Taxi-Fahrt nach Taipeh bietet die erste Gelegenheit sich wieder an den Rechtsverkehr zu gewöhnen. Der Eintrittspreis von 350$ für den 101 klingt erstmal ziemlich heftig. Der Wechselkurs von 1:30 relativiert das zum Glück.

Die schnellsten Aufzüge der Welt bringen uns innerhalb von 30 Sekunden auf knappe 400 Meter Höhe. Leider ist die Sicht durch die Dunstglocke um Taipeh auf ein Minimum beschränkt. Für weitere 100 taiwanesische Dollar darf man noch zwei Stockwerke weiter hinauf zu einer offenen Aussichtsplattform. Den Nachmittag verbringen wir mit einem Streifzug durch Taipeh ohne jedoch auf weitere Highlights zu stoßen, bevor uns das Taxi wieder zum Hotel und ein Bus zum Flughafen bringt. Kurz vor Mitternacht hebt mein vollbesetzte Flieger ab.

Gepostet um 10:49 vorm.  
Sydney - Taipeh Mo - Januar 2, 2006

Es sieht fast so aus als ob Sydney zu meinem Abschied weinen würde - zumindest regnet es in Strömen. Vom Flughafen aus lässt sich die Silhouette Innenstadt kaum gegen den grauen Himmel erkennen. Der Check-In zieht sich etwas hin, weil mich die Airline das Didgeridoo wegen der Länge nicht an Board nehmen lassen will, der australische Zoll wegen dem Tax-Free-Kauf aber genau das verlangt. Auch dieses Problem klärt sich und dann geht alles ganz schnell: Immigration, Boarding, Sicherheits-Ballett im Flieger, "Sicherheitsgurte schließen"-Leuchten, voller Schub des Airbus 340 und ich verlasse den australischen Boden. Aber ich werde wiederkommen - soviel ist sicher.

Der Flug nach Taiwan dauert knappe 10 Stunden - oder vier Filme lang. Das Unterhaltungsangebot ist gut, das Essen okay und so vergeht die erste Etappe ziemlich schnell. In Taipeh erhalte ich wie viele andere nach langem Schlange stehen einen Hotelvoucher und Informationen zum Transfer. Alles scheint sehr gut organisiert - Flugplanänderungen scheinen hier wohl öfter vorzukommen. Ärgerlich ist nur, dass ich zu der Hälfte der Passagiere gehöre, denen man in Sydney gesagt hat, dass das Gepäck nicht direkt nach Frankfurt durchgecheckt werden kann. Also habe ich die schwere Last die nächsten 30 Stunden am Hals. Immerhin hat China nicht am Hotel gespart und ich kann mich von den Strapazen des Fluges in der Badewanne erholen.

Gepostet um 10:48 vorm.  
Die Koffer sind gepackt So - Januar 1, 2006

Das Semester in Sydney ist vorbei, meine Koffer sind gepackt, in nicht einmal 72 Stunden werde ich wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Bei dem Gedanken überkommen mich sehr gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich nach einem halben Jahr sehr darauf, Familie und Freunde wieder zu sehen. Auch manch anderes aus der Heimat vermisse ich. Brot backen und Käse machen können die Australier zum Beispiel nicht. Auf der anderen Seite gibt es so Vieles, das ich hier liebgewonnen habe. Nette Menschen, das Wetter, die Freundlichkeit, großartiges und günstiges asiatisches Essen, die BBQs, die entspannte und positive Lebenseinstellung, der Blick auf die Oper und die Harbour Bridge, die Strände und so vieles mehr.

Am 04. bin ich wieder in Nürnberg, nach Dreikönig wieder in Heilbronn. Also, drop me a line, give me a ring or stop by. Meldet Euch mal, ruft an oder schaut mal vorbei ... in Nürnberg, in Heilbronn oder wo auch immer. Ich freue mich darauf.

Gepostet um 05:23 nachm.  
New Year's Eve Sa - Dezember 31, 2005

Sydney im Ausnahmezustand! Zum großen Silvester-Feuerwerk werden bis zu einer Million Menschen im Hafenbereich erwartet. Die besten Beobachtungspunkte sind natürlich hochbegehrt, wer also einen guten Blick auf das Spektakel haben möchte, muss sich seinen Platz frühzeitig sichern. Das gilt sogar im Hafen, wo sich heute ein Boot am anderen drängt.

Die besten Gegenden, wie zum Beispiel Mrs. Macquaries Point, der Bereich um die Oper und Darling Harbour, sind dabei zu Managed Security Access Areas umgewandelt worden. Das heißt: Sicherheitschecks, eine maximale Zuschauerzahl und leider kein BYO (selbstmitgebrachter Alkohol). An den Plätzen der "zweiten" Wahl gibt es diese Einschränkungen nicht. Diese Grundsatzentscheidung zwischen Ausblick und Bier gewinnt bei mir schließlich der Ausblick. Wie oft ist man schon zu Silvester in Sydney?

So kommt es, dass ich mich um 9:30 Uhr am Morgen mit Gabriele, Angie und Martin in einer schon jetzt langen Schlange vor dem Zugang zu Mrs. Macquaries Point wiederfinde. Um 10 Uhr werden die Tore geöffnet und nach einer Taschenkontrolle, bei der nicht klar ist, ob es eher um die Sicherheit oder um Alkohol geht, sichern wir uns einen Platz mit direktem Blick auf Oper und Harbour Bridge. Wegen der unbarmherzigen Sonne tauschen wir den aber wenig später gegen etwas Schatten ein. Im Verlaufe der Stunden wächst unsere Gruppe noch um Katharina, Lisa und Melli an. Überraschenderweise vergeht die Zeit recht schnell.

Für das leibliche Wohl ist gut gesorgt: vom Eisstand, einer Bar über thailändisches Essen bis hin zu dem Stand der Sauerkraut-Sisters mit einer unübersehbaren bayrischen Fahne. Überhaupt scheint hier jeder zweite deutsch zu sprechen. Aber das geht einem in Australien öfter so. Um ein Uhr beginnt der langsame Countdown für 2006 mit einem Kanonenschuss. Jede volle Stunde folgt ein anderes Signal: Skywriting, Doppeldecker, ... Um 9 Uhr ist es endlich soweit: das kleine Feuerwerk erhellt den Himmel über dem Hafen. Von vier Punkten aus werden Raketen in den Himmel geschossen. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in drei Stunden folgen wird.

Nach dem Feuerwerk beginnt die Schrittweise Enthüllung des Brücken-Effekts. Dem diesjährigen Motto "love" entsprechend: ein gigantisches Herz. 9 Sekunden vor Mitternacht erscheint auf einem Pfeiler der Harbour Bridge ein zweiter Countdown. Bei Null hat jeder noch 10 Sekunden Zeit, um den Menschen um einen herum ein gutes neues Jahr zu wünschen, und dann beginnt, worauf alle gewartet haben: die Harbour Bridge steht in Flammen, der Himmel ist erleuchtet und für 15 Minuten blickt jeder in den Nachthimmel. Einfach nur wunderschön.

Ich wünsche Euch allen ein gutes, frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2006!

Gepostet um 12:00 nachm.  
Böse Überraschung Fr - Dezember 30, 2005

Eigentlich sollte es nur eine Formalität sein: das Rückbestätigen meines Fluges von Sydney nach Frankfurt. Doch wie sich herausstellt hat China Airlines den Flugplan ein kleines bisschen verändert - mit der Konsequenz, dass ich statt 4 knappe 30 Stunden Aufenthalt in Taipeh habe und natürlich auch erst einen Tag später ankomme.

Bei meinem ersten Anruf klang das noch viel besser, nur hat mir die freundliche Dame dabei nur die Uhrzeiten durchgegeben. Dabei fallen zusätzliche 24 Stunden gar nicht auf. Zum Glück habe ich auf Grund einer kleinen Unstimmigkeit einen Blick ins Internet geworfen: kein Flug von Sydney nach Frankfurt. Große Verwirrung bei mir. Zweiter Anruf bei China. Die Verwirrung weicht Entsetzen. Eigentlich habe ich es nicht eilig nach Hause zu kommen, aber ich denke dabei eher daran länger in Sydney zu bleiben, nicht auf einer tropischen Insel, die jeden Moment von den Chinesen angegriffen werden kann. Weder Taipeh noch der Flughafen haben mir bei meinem ersten Besuch sonderlich gefallen und jetzt sitze ich dort über einen ganzen Tag fest. Immerhin erklärt sich die Airline schließlich bereit mir ein Hotelzimmer zu besorgen.

Gepostet um 09:04 nachm.  
Examination Results Do - Dezember 29, 2005

In meiner Post befindet sich heute ein Brief der Universität - so mancher erinnerst sich vielleicht, eigentlich bin ich ja zum Studieren hier her gekommen. Es ist der Tag der Wahrheit: der Umschlag enthält die Examination Results, so eine Art Mini-Zeugnis. Darauf steht zu lesen:

Health Informatics Applications: Distinction
Health Sector Financial Management: Distinction

Weil hier alles anders ist, haben die Australier natürlich auch ihr eigenes Notensystem. Distinction entspricht dabei dem deutschen Gut bzw. der 2. Bei meinem einzigen Undergraduate-Kurs, für dessen Assignments ich mich nie so richtig begeistern konnte, wird es dann etwas trauriger:

Health Care Evaluation: Pass

Die an deutschen Universitäten übliche 5,0 entspricht hier dem Failed. Der 3er-Bereich (in der Schule Befriedigend) heißt hier Credit und dazwischen liegt eben jenes Pass, also Ausreichend. Aber ein Fach fehlt noch:

Project Management: High Distinction

Im anspruchsvollsten Fach ein Sehr gut und ein Ausdruck tiefster Zufriedenheit auf meinem Gesicht!

Gepostet um 11:26 vorm.