14 Stunden im Flugzeug sind einfach zu viel, da
helfen auch fünf weitere Filme nicht um die Zeit zu verkürzen. Aber
irgendwann hat auch der längste Flug ein Ende und ich bin wieder in
deutschen Landen. Zu meiner Begrüßung hat sich der deutsche Zoll eine
besondere Überraschung ausgedacht. Wegen der wieder einmal aktuellen
Vogelgrippe wird das Gepäck aller ankommenden Reisenden aus Asien
vollständig durchsucht. Die Schlange geht durch die komplette Halle mit den
Gepäckbändern. Doch während die anderen wohl zwei Stunden mit
Anstehen verbringen, habe ich Glück und bin nach 10 Minuten durch den Zoll.
Und das nur weil ich etwas zu verzollen habe und sich dabei keiner für
meinen Koffer interessiert. Nach diesem Fehler im System und einer
Zwei-Stunden-Fahrt mit der Bahn bin ich wieder
Zuhause.
Der Kreis ist geschlossen und an
dieser Stelle endet dieser Blog. Vielen Dank an alle, die hier mitgelesen haben,
für Lob, Anregungen und Kommentare. Macht's gut!
Gepostet um 10:49 vorm.
Zusammen mit
ein paar anderen Deutschen, die so wie ich auf dem Weg zurück in die Heimat
hier gestrandet sind, beschließe ich den Zwangsaufenthalt möglichst
sinnvoll zu nutzen und zumindest den Taipeh 101, das mit guten 500 Metern
derzeit höchste Gebäude der Welt, zu besichtigen. Während der
dreiviertelstündigen Taxi-Fahrt nach Taipeh bietet die erste Gelegenheit
sich wieder an den Rechtsverkehr zu gewöhnen. Der Eintrittspreis von 350$
für den 101 klingt erstmal ziemlich heftig. Der Wechselkurs von 1:30
relativiert das zum Glück.
Die
schnellsten Aufzüge der Welt bringen uns innerhalb von 30 Sekunden auf
knappe 400 Meter Höhe. Leider ist die Sicht durch die Dunstglocke um Taipeh
auf ein Minimum beschränkt. Für weitere 100 taiwanesische Dollar darf
man noch zwei Stockwerke weiter hinauf zu einer offenen Aussichtsplattform. Den
Nachmittag verbringen wir mit einem Streifzug durch Taipeh ohne jedoch auf
weitere Highlights zu stoßen, bevor uns das Taxi wieder zum Hotel und ein
Bus zum Flughafen bringt. Kurz vor Mitternacht hebt mein vollbesetzte Flieger
ab.
Gepostet um 10:49 vorm.
Es sieht fast
so aus als ob Sydney zu meinem Abschied weinen würde - zumindest regnet es
in Strömen. Vom Flughafen aus lässt sich die Silhouette Innenstadt
kaum gegen den grauen Himmel erkennen. Der Check-In zieht sich etwas hin, weil
mich die Airline das Didgeridoo wegen der Länge nicht an Board nehmen
lassen will, der australische Zoll wegen dem Tax-Free-Kauf aber genau das
verlangt. Auch dieses Problem klärt sich und dann geht alles ganz schnell:
Immigration, Boarding, Sicherheits-Ballett im Flieger, "Sicherheitsgurte
schließen"-Leuchten, voller Schub des Airbus 340 und ich verlasse den
australischen Boden. Aber ich werde wiederkommen - soviel ist
sicher.
Der Flug
nach Taiwan dauert knappe 10 Stunden - oder vier Filme lang. Das
Unterhaltungsangebot ist gut, das Essen okay und so vergeht die erste Etappe
ziemlich schnell. In Taipeh erhalte ich wie viele andere nach langem Schlange
stehen einen Hotelvoucher und Informationen zum Transfer. Alles scheint sehr gut
organisiert - Flugplanänderungen scheinen hier wohl öfter vorzukommen.
Ärgerlich ist nur, dass ich zu der Hälfte der Passagiere gehöre,
denen man in Sydney gesagt hat, dass das Gepäck nicht direkt nach Frankfurt
durchgecheckt werden kann. Also habe ich die schwere Last die nächsten 30
Stunden am Hals. Immerhin hat China nicht am Hotel gespart und ich kann mich von
den Strapazen des Fluges in der Badewanne erholen.
Gepostet um 10:48 vorm.
Das Semester in Sydney ist vorbei, meine Koffer
sind gepackt, in nicht einmal 72 Stunden werde ich wieder deutschen Boden unter
den Füßen haben. Bei dem Gedanken überkommen mich sehr gemischte
Gefühle. Einerseits freue ich mich nach einem halben Jahr sehr darauf,
Familie und Freunde wieder zu sehen. Auch manch anderes aus der Heimat vermisse
ich. Brot backen und Käse machen können die Australier zum Beispiel
nicht. Auf der anderen Seite gibt es so Vieles, das ich hier liebgewonnen habe.
Nette Menschen, das Wetter, die Freundlichkeit, großartiges und
günstiges asiatisches Essen, die BBQs, die entspannte und positive
Lebenseinstellung, der Blick auf die Oper und die Harbour Bridge, die
Strände und so vieles mehr.
Am 04.
bin ich wieder in Nürnberg, nach Dreikönig wieder in Heilbronn. Also,
drop me a line, give me a ring or stop by. Meldet Euch mal, ruft an oder schaut
mal vorbei ... in Nürnberg, in Heilbronn oder wo auch immer. Ich freue mich
darauf.
Gepostet um 05:23 nachm.
Sydney im Ausnahmezustand! Zum großen
Silvester-Feuerwerk werden bis zu einer Million Menschen im Hafenbereich
erwartet. Die besten Beobachtungspunkte sind natürlich hochbegehrt, wer
also einen guten Blick auf das Spektakel haben möchte, muss sich seinen
Platz frühzeitig sichern. Das gilt sogar im Hafen, wo sich heute ein Boot
am anderen drängt.Die besten
Gegenden, wie zum Beispiel Mrs. Macquaries Point, der Bereich um die Oper und
Darling Harbour, sind dabei zu Managed Security Access Areas umgewandelt worden.
Das heißt: Sicherheitschecks, eine maximale Zuschauerzahl und leider kein
BYO (selbstmitgebrachter Alkohol). An den Plätzen der "zweiten" Wahl gibt
es diese Einschränkungen nicht. Diese Grundsatzentscheidung zwischen
Ausblick und Bier gewinnt bei mir schließlich der Ausblick. Wie oft ist man
schon zu Silvester in Sydney?So kommt
es, dass ich mich um 9:30 Uhr am Morgen mit Gabriele, Angie und Martin in einer
schon jetzt langen Schlange vor dem Zugang zu Mrs. Macquaries Point wiederfinde.
Um 10 Uhr werden die Tore geöffnet und nach einer Taschenkontrolle, bei der
nicht klar ist, ob es eher um die Sicherheit oder um Alkohol geht, sichern wir
uns einen Platz mit direktem Blick auf Oper und Harbour Bridge. Wegen der
unbarmherzigen Sonne tauschen wir den aber wenig später gegen etwas
Schatten ein. Im Verlaufe der Stunden wächst unsere Gruppe noch um
Katharina, Lisa und Melli an. Überraschenderweise vergeht die Zeit recht
schnell.
Für das
leibliche Wohl ist gut gesorgt: vom Eisstand, einer Bar über
thailändisches Essen bis hin zu dem Stand der Sauerkraut-Sisters mit einer
unübersehbaren bayrischen Fahne. Überhaupt scheint hier jeder zweite
deutsch zu sprechen. Aber das geht einem in Australien öfter so. Um ein Uhr
beginnt der langsame Countdown für 2006 mit einem Kanonenschuss. Jede volle
Stunde folgt ein anderes Signal: Skywriting, Doppeldecker, ... Um 9 Uhr ist es
endlich soweit: das kleine Feuerwerk erhellt den Himmel über dem Hafen. Von
vier Punkten aus werden Raketen in den Himmel geschossen. Ein kleiner
Vorgeschmack auf das, was in drei Stunden folgen
wird.
Nach dem
Feuerwerk beginnt die Schrittweise Enthüllung des Brücken-Effekts. Dem
diesjährigen Motto "love" entsprechend: ein gigantisches Herz. 9 Sekunden
vor Mitternacht erscheint auf einem Pfeiler der Harbour Bridge ein zweiter
Countdown. Bei Null hat jeder noch 10 Sekunden Zeit, um den Menschen um einen
herum ein gutes neues Jahr zu wünschen, und dann beginnt, worauf alle
gewartet haben: die Harbour Bridge steht in Flammen, der Himmel ist erleuchtet
und für 15 Minuten blickt jeder in den Nachthimmel. Einfach nur
wunderschön.Ich wünsche Euch
allen ein gutes, frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2006!
Gepostet um 12:00 nachm.
Eigentlich sollte es nur eine Formalität sein:
das Rückbestätigen meines Fluges von Sydney nach Frankfurt. Doch wie
sich herausstellt hat China Airlines den Flugplan ein kleines bisschen
verändert - mit der Konsequenz, dass ich statt 4 knappe 30 Stunden
Aufenthalt in Taipeh habe und natürlich auch erst einen Tag später
ankomme.
Bei meinem ersten Anruf klang
das noch viel besser, nur hat mir die freundliche Dame dabei nur die Uhrzeiten
durchgegeben. Dabei fallen zusätzliche 24 Stunden gar nicht auf. Zum
Glück habe ich auf Grund einer kleinen Unstimmigkeit einen Blick ins
Internet geworfen: kein Flug von Sydney nach Frankfurt. Große Verwirrung
bei mir. Zweiter Anruf bei China. Die Verwirrung weicht Entsetzen. Eigentlich
habe ich es nicht eilig nach Hause zu kommen, aber ich denke dabei eher daran
länger in Sydney zu bleiben, nicht auf einer tropischen Insel, die jeden
Moment von den Chinesen angegriffen werden kann. Weder Taipeh noch der Flughafen
haben mir bei meinem ersten Besuch sonderlich gefallen und jetzt sitze ich dort
über einen ganzen Tag fest. Immerhin erklärt sich die Airline
schließlich bereit mir ein Hotelzimmer zu besorgen.
Gepostet um 09:04 nachm.
In meiner Post befindet sich heute ein Brief der
Universität - so mancher erinnerst sich vielleicht, eigentlich bin ich ja
zum Studieren hier her gekommen. Es ist der Tag der Wahrheit: der Umschlag
enthält die Examination Results, so eine Art Mini-Zeugnis. Darauf steht zu
lesen:
Health Informatics
Applications: Distinction Health Sector
Financial Management: Distinction
Weil
hier alles anders ist, haben die Australier natürlich auch ihr eigenes
Notensystem. Distinction entspricht dabei dem deutschen Gut bzw. der 2. Bei
meinem einzigen Undergraduate-Kurs, für dessen Assignments ich mich nie so
richtig begeistern konnte, wird es dann etwas
trauriger:
Health Care Evaluation:
Pass
Die an deutschen Universitäten
übliche 5,0 entspricht hier dem Failed. Der 3er-Bereich (in der Schule
Befriedigend) heißt hier Credit und dazwischen liegt eben jenes Pass, also
Ausreichend. Aber ein Fach fehlt
noch:
Project Management: High
Distinction
Im anspruchsvollsten Fach ein
Sehr gut und ein Ausdruck tiefster Zufriedenheit auf meinem
Gesicht!
Gepostet um 11:26 vorm.
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Zuletzt aktualisiert: Jan 11, 2006 02:19 nachm.
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